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Freitag, 10. März 2017

Frühling im Glas und wie sich alles verändert.

Salü

Der einte oder andere der meinen Blog folgt, hat bestimmt bemerkt, dass es hier in letzter Zeit ein wenig Einseitig zu und her ging. Bzw. ganz viel Gebastel für Kinderpartys war zu sehen. Und sonst auch, sehr vieles was für Kinder oder mit Kindern gedacht war. Wie kommt's?




Das hat zum einten damit zu tun, dass ich eine super schöne Kooperation eingegangen bin in welcher ich Bastelideen für Kindergeburtstage entwickeln und umsetzen darf. Das heisst nicht, dass ich hier nur noch Kindergeburtstage feiere. Im Grunde tüftele ich an Ideen zu diversen vorgegebenen Themen. Setze die dann um, achte darauf, dass diese von Kindern so umgesetzt werden können. Setzte sie schön in Szene, schreibe Anleitungen dazu und fotografiere das Ganze. Eine Arbeit welche mir unheimlich Spass macht und meine Kreativität total anregt. Ja tatsächlich, auch bei vorgegebenen Themen. Vielleicht auf eine etwas einseitige Art, weil es um Kinderkram geht. Andererseits, ist diese Arbeit sehr lehrreich, für mich und meine Jungs. Ich stehe im ständigen Austausch mit ihnen und so manche Idee, wird aufgrund von Bemerkungen oder Ideen, welche die Knirpse mir mitgeben verworfen und neu zusammengesetzt. Interessant ist, dass ich oft glaube die perfekte Idee zu haben, und dann kommen die Kids und finden das was ich mache total daneben. Bzw. sie sind so gar nicht begeistert davon. Die Erkenntnisse, welche ich daraus ziehe, sind so wertvoll, im Umgang mit Kindern, weil diese ja durch Kinderaugen sehen, und das wiederum hilft mir, wenn ich nicht grad alle Zeit der Welt habe, und schnell auf Bedürfnisse von Kindern eingehen muss.




Was mich zum zweiten Punkt führt, welcher sich in letzter Zeit verändert hat. Ich arbeite nämlich wieder. Nach 6 Jahren Mamapause, welche ich genossen habe, war mir klar, dass ich irgend etwas mit Kids machen muss. Nicht unbedingt der Kreativität wegen, ich bin nämlich der ganz festen Überzeugung, dass Kreativität in jedem Kind steckt, sie geht nur im Laufe des Gross werdens irgendwo unter, oder zeigt sich in einer anderen Form. So ist ein Kind, das malt und bastelt genau so kreativ, wie eins, dass mit Puppen spielt und sich dabei die unglaublichsten Geschichten ausdenkt. Jedes auf seien Art. Da bedarf es keiner kreativen erwachsenen Person, welche einem Kind,  Kreativität beibringt. Kreativität kann man nicht lehren, und wenn man bedenkt, wie viele Mütter erst durch ihre Kinder kreativ tätig werden, ist es fast unverschämt, zu denken, wir Erwachsenen könnten den Kids was in diese Richtung beibringen. Techniken sicher, aber eine Technik zu beherrschen und diese zu lehren, macht noch keinen kreativen Menschen aus ihm. Was wir aber können und unbedingt sollen, wenn es unserem Naturell entspricht, ist wie bei allem was mit Kids zu tun hat, etwas vorleben. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind z.B. ein Instrument lernt, ist grösser, wenn die Eltern aktiv selbst zu Hause ein Instrument spielen. Wir sind Vorbild die Kids schauen uns alles ab.




Diese beiden Komponenten in meinem Leben, führen unweigerlich dazu, dass ich sehr viel für und mit Kindern mache. Und wenn ich doch eine volle Box mit Kinderkram habe, dann poste ich das auch. Wäre ja irgendwie schade, wenn diese tollen Posts irgendwo im Archiv verschwinden und von euch Lesern nicht gesehen werden. Ich hoffe doch, dass sich auch die Kinderlosen unter euch, davon inspirieren lassen können. Die anderen Sachen wie kochen, backen, werken für Erwachsene kommen da halt im Moment etwas zu kurz. Ideen sind vorhanden, nur Zeit fehlt. Ich hoffe auf Besserung. 




Und weil sich diese zweit Tätigkeiten, welchen ich mich zur Zeit mit ganzem Herzen widme, so ein bisschen beissen, weil da ja auf der einen Seite die Anleitungen für etwas bestimmtes stehen und auf der anderen Seite das völlig freie kreative dasein mit den ganz kleinen, habe ich mich Anfangs etwas schwer getan mit den Anleitungen. Ich persönlich arbeite ja selten nach Anleitung. Trotzdem kam irgendwann mal die Erkenntnis, dass entgegen allen Empfehlungen des feinen Schaffens, auch das angeleitete Schaffen durchaus wertvoll sein kann. Oft sind wir Menschen mit dieser Fülle an Ideen und Materialien überfordert, und wenn wir uns ein bisschen umschauen, dann haben wir auch nicht immer alle Zeit der Welt und auch nicht alle möglichen Materialien zur Verfügung um etwas zu schaffen. Eine Eingrenzung weckt oft ganz andere kreative Prozesse. Das erfahre ich, als sagen wir mal "kreativer" Mensch, sehr oft. So ist es eine andere Herausforderung aus dem "Nichts" etwas zu schaffen oder unter ganz bestimmten Voraussetzungen etwas entstehen zu lassen.Und wenn ich doch Menschen um mich habe, welche mit einem leeren Blatt Papier nichts anzufangen wissen, dann finde ich es schön, wenn ich da doch einen kleinen Impuls geben und somit jemanden ermutigen kann selbst etwas zu machen, und sei es einer Vorgabe zu folgen, welche dann wiederum weiter gedacht werden kann.




Dies im übrigen war auch der Grundgedanke dieses Blogs. Auch total "umkreative" Menschen, wie sich die meisten selbst nennen, zu ermutigen etwas zu schaffen.

Und weil sich der Frühling ankündigt und alles verändert, so wie mein Alltag sich ändert zur Zeit, habe ich diesen Post hier gleich noch zum Blumenfreitag verlinkt. Wieder mal Tulpen. Dieses mal nicht in einer spektakulären Vase, sondern ganz einfach im Glas.




Habt ein gutes Weekend.
Nica




Freitag, 10. Februar 2017

Von Lego-Vasen, Tulpen, Ninjafestungen und seltsamen Kreaturen

Hallo ihr Lieben

Freitag! Yeeee! Bevor ich mich auf und davon mache in die Höhe, wo hoffentlich die Sonne scheint und mich dem Skifahren widme, wollte ich euch noch unbedingt meine neuste Vasenkreation zeigen.




Aber halt! Vorher noch etwas zu den Blumen die darin stehen, denn heute ist Blumenfreitag und ich mach wieder mal mit. Weisse Tulpen sind es. Habt ihr sicher erkannt ;-) Nichts spektakuläres eigentlich, und bestimmt schon über 1000 mal gesehen. Aber bestimmt noch nie in solch einer extravaganten Vase oder?




Ich bediene mich ja gerne beim Spielzeug meiner Jungs um Sachen zu fertigen. Bei Lego allerdings, hab ich keine Chance, da darf kein Teil entwendet werden. Denn alles wird gebraucht um sich irgendwelche Phantasiegebilde zu bauen, in welchen dann die seltsamsten Kreaturen, zur Zeit sind es Ninjas, hausen, mit sonderbaren Namen und Eigenschaften.




Um an die weissen und die holz Legosteine zu kommen, habe ich den Jungs also vorgeschlagen, die Legosteine mal zu ordnen. "Das macht man am besten indem man sie nach Farbe sortiert" habe ich gemeint. So leicht allerdings, lassen sich meine Jungs nicht übers Ohr hauen und meinten: "Wir wollen sie aber nicht sortieren. Wir finden auch so was wir brauchen für unsere Ninjafestung. Und wenn wir sie sortieren, dann nach Form!" Ach, sie sind einfach zu clever die Kleinen!




Also hab ich ihnen vorgeschlagen, dass ich mir die weissen und die holzigen nehme und für den Bösewicht Nadakahn eine Festung baue. So zu sagen eine Superfestung ohne Türe und Fenster die niemand zerstören kann, ausser die Ninjas natürlich.





Bei den Holzlegos handelt es sich um Legos aus Holz, welche mit den normalen Legosteinen kompatibel sind. In der Hoffnung, dieses ganze Plastikzeug zu umgehen, habe ich mir die einst gekauft. Heute bin ich schlauer. Das Kind möchte nun mal die originalen Legosteine und nicht nur die aus Holz. Am liebsten das Set mit dem Ninjadrachen und den echten Figuren. Und ganz wichtig. Die Anleitung! Nicht das nur danach gebaut wird, im Gegenteil, das was erst nach Anleitung gebaut wurde, ist nach einer Woche schon wieder umgebaut oder ausgebaut, mit Falltüren und was weiss ich alles. Wer also glaubt mit den holz Legos eine alternative gefunden zu haben, der irrt. Spätestens nach der ersten Geburtstagsparty hat man haufenweise Plastiklego zu Hause, so viele, dass man für den nächsten Geburtstag ein Lego-Geschenk-Verbot aussprechen muss. Und uns hier, steht noch eine Lego-Ninjago Geburtstagsparty bevor. Das wurde von meinem jüngsten schon weit ihm Voraus gewünscht. Ojojoj.... Soviel zum Lego-Geschenk-Verbot!




Schöner als die Plastikdinger sind sie aber allemal anzusehen. Und in Kombination sowieso genau mein Ding.




Die Jungs haben mir schlussendlich die weissen und holzigen Legosteine überlassen. Aber nur unter der Bedingung, dass sie die Festung danach zum spielen benutzen dürfen. Diese Vase, welche ihr also hier seht, steht jetzt schon nicht mehr hier, sondern wird belagert von seltsamen Kreaturen und ein Katapult schiesst grad Kapplahölzer auf sie. Die Tulpen konnte ich immerhin in eine normale Glasvase retten.




Habt ein gutes Wochenende.
Nica

Freitag, 21. Oktober 2016

Bunt, bunt sind meine neuen Vasen

Salü

Heute ist wieder Blumenfreitag!




Also gleich eine Gelegenheit euch meine neuen Vasen zu zeigen.




Mal was ganz anderes, als das bisher gezeigte. Bunt vor allem. In rohem Ton hab ich dazu die einzelnen Vierecke eingeritzt. Anschliessend jedes einzelne mit Engoben bemalt. Danach noch mit Glanzglasur. Nach dem Brennen habe ich die schwarzen Zwischenräume welche ich vorher ausgespart hatte mit Mattglasur eingefärbt und nochmals gebrannt. Damit wollte ich verhindern, dass die dominante Glanzglasur in die Zwischenräume fliesst. 




Mit den Blumen müsst ihr mir helfen, weil ich wieder mal keine Ahnung habe was das für welche sind.




Ich sollte mir echt mal so ein Buch über Botanik anschaffen.  Habt ihr einen Tip für mich?




Und damit meine Lieben, verabschiede ich mich ins Weekend. 




Habt's fein.
Nica




Freitag, 23. September 2016

Betton- Glas- Vasen und orange Callas

Ich hab anfangs Woche einen schönen Blumenstrauss bekommen, allerdings haben es nur die drei orangen Callas heute auf den Blog geschafft.




Und weil hier so keine Vase richtig passen wollte, um euch diese Schönheiten zu präsentieren, dachte ich, ich fertige mir einfach welche. 




Ich hatte nämlich noch so lange, schmale Gläser im Schrank die ich eigentlich schon längst hätte entsorgen müssen, weil man aus ihnen nicht trinken kann. Die Nase ist da irgendwie immer im Weg. Und so wurden sie einfach zur Vase umgestaltet. 




Eigentlich hätte ja eine Vase gereicht für die drei Blumen, aber da ich schon mal dran war, dachte ich ich mach mir grad ein paar davon. 




Dazu habe ich erst mal ein paar Gläser mit Sprühfarbe lackiert. Als diese trocken waren, habe ich zuerst die Gläser unten mit einem dicken Papier umwickelt und zusammengeklebt, so dass eine Giessform entsteht. Beton angerührt und die hälfte mit schwarzen Pigmenten versetzt. Dann habe ich erst den normalen, dann den pigmentierten Beton reingegossen. Mit einem Schaschlickspiess etwas vermischt und das war's auch schon. Wenn der Beton gut durchgetrocknet ist, könnt ihr mit Zweikomponenten Leim, das Glas mit dem Beton, verkleben.  




Und damit geht's heute zu Blumen-Freitag. Da war ich nämlich schon lange nicht mehr.




 Euch wünsche ich ein ganz tolles Weekend! 
Nica





Mittwoch, 8. Juni 2016

Eine Woche Sommer!

Huhu

Seit genau einer Woche haben wir Sommer. Wie schön! Nur leider regnet es die ganze Zeit.  Aber ich habe beschlossen, diesem Regen zu trotzen und alle Gummistiefel und Winterschuhe in den Keller gebracht. Die Pullover im Schrank ganz nach hinten geschoben und alle Sommerkleider, T-Shirts und kurze Hosen hervorgekramt.




Wie gut, dass ich mir letztes Jahr die braunen Salt Walter Schuhe gekauft habe die nicht nur dem Meerwasser standhalten, sondern auch dem Regen. Und weil sie so wunderbar bequem sind, musste ich mir letzte Woche gleich noch ein Paar in Blau besorgen. Mit den roten liebäugle ich noch, aber die kommen bestimmt noch dazu.




Ein neues Trottinett musste auch her. Zum Geburtstag von meinem Liebsten geschenkt. So muss ich nicht durch's ganze Quartier schreien und rennen, wenn die kleinen waghalsige Sprünge richtung Strasse machen, sondern bin immer gleich zur Stelle.




Eine Blumenkette aus Margeriten, von den zwei süssesten Jungs, mit welcher ich den ganzen Tag rumlaufen durfte. Wie schön man sich fühlt mit so einer Blumenkette um den Hals!




 Das müsst ihr echt mal probieren. Unbedingt empfehlenswert ;-)




Ein feiner Rosensirup und zwei wunderschöne Bücher von der kleinen Schwester. Welche die besten Fotos überhaupt macht und sie so schön zusammenstellt. Ich könnte den ganzen Tag darin rumblättern.




Hier ein paar Eindrücke aus dem Liebeskummer Buch. Einfach genial meine kleine  :-)









Und hier noch ein paar vom Schnickschnack Buch... Ich liebe Schnickschnack!










Und damit meine lieben verabschiede ich mich in den Sommer... Die Ferien beginnen hier zwar erst Mitte Juli, aber ich bin jetzt im Sommermodus, soll's doch runterschütten wie es will, ich hab hier Sommer!

Habt eine gute Zeit.

Nica

Freitag, 22. April 2016

Das waren wir... Schlüsselkinder

Hallo ihr Lieben

Kebo hat uns diesen Monat nach unserer Kindheit gefragt. Ein schönes Thema wie ich finde. Allerdings gibt es da so viel zu schreiben, dass ich einen ganzen Roman wenn nicht mehrere schreiben könnte über meine Kindheit. Aber ich denke das geht jedem so. Denn jeder hat, eine Kindheit. Und jede Geschichte ist spannend und einzigartig.

Der Sommer, der ging ewig. Vom planschen in der Badi, als wir noch nicht schwimmen konnten, über den ersten Spurg in die Limmat, dem Fluss, der sich gleich unterhalb unserer Wohnung befand. Der Sommer war die Jahreszeit, die mir am meisten gefallen hat und somit sehr stark in meiner Erinnerung geblieben ist. Nur einmal über die Strasse und schon war man da. Ich erinnere mich, wie meine Mutter mit uns Kindern, alleine, vollbepackt mit allem was man sich vorstellen kann dort bei der Badi gesessen hat und uns beim planschen zugesehen hat. Irgendwann mal so gegen Mittag nahm sie die selbst gestrichenen Brötchen aus der blauen Kühlbox und wir versammelten uns alle unter dem kleinen Schirm und haben die verschlungen, die Brötchen. Und nicht nur wir 5, nein meiner Mutter waren 5 Kinder nicht genug. Sie nahm auch alle anderen Kinder aus der Nachbarschaft mit. Wir waren mindestens zu zehnt unterwegs. Das war damals ganz normal. War jemand am arbeiten, dann schaute die Nachbarin auf die Kinder. Wie oft kam es vor, dass ich um 5 Uhr morgens mein Bett mit Nachbarskindern teilen musste, weil deren Eltern so früh arbeiten mussten, die Kinder geweckt hatten und zu uns gebracht haben.  Im Winter war das schlimm, denn die kamen ja von draussen und da war es kalt wenn sie ins warme Bett schlüpften.




Wenn ich an meine Kindheit zurück denke, dann ist immer Sommer. Ich erinnere mich, wie wir den ganzen Tag draussen waren und spielten. Ja ich erinnere mich nicht, dass wir zu Hause hockten. Wir waren von Morgens bis Abends draussen. Und wir waren so viele Kinder! Wir machten Wasserschlachten, fuhren mit den Rollschuhen den Hang runter, Picknickten, spielten Räuber und Polizisten, machten Zeichnungen und verkauften die, hatten eine Bande wie die der roten Zora und stellten uns den gefährlichsten Mutproben, die daraus bestanden, bei den immer meckernden Nachbarn zu klingeln und dann wegzulaufen, oder von ganz hoch runter zu springen, oder auf einen hohen Baum zu klettern. Einmal sass ich und ein Nachbarsmädchen stunden auf einer Treppe und mussten die roten Autos zählen, welche vorbei fuhren. Wieso weiss ich gar nicht.

Wenn ich heute bei unserer alten Wohnung vorbei laufe, denn ich Wohne immer noch im gleichen Quartier, dann sehe ich noch den Spielplatz der sich grad davor befindet. Er sieht genau gleich aus, nur fehlen die Kinder. Kein einziges Kind sehe ich da spielen. Und dann frag ich mich, was passiert ist, wo es sich doch um "Familienwohnungen" handelt. Aber lassen wir dieses Thema, denn hier geht es ja um meine Kindheit.




Als wir dann zur Schule gingen arbeiteten meine Eltern auch in der Frühschicht im Krankenhaus. Wir wurden dann per Telefon geweckt. Meine Eltern gingen zur Arbeit und meine Mutter rief uns jeden Morgen von der Arbeit aus an, um uns zu wecken. Klar hatten wir einen Wecker, aber das war keine Garantie, dass wir auch wirklich aufstanden. Die, welche das Telefon abgenommen hatte, und das waren meistens ich oder meine 1 Jahr ältere Schwester, musste dann die anderen 4 wecken. Auf dem Tisch standen Butterbrötchen und Milch. Und als wir die Wohnung verliessen, hängten wir uns den Schüssel um den Hals und liefen zur Schule. Schlüsselkinder waren wir. Denn zu Mittag war niemand zu Hause. Da wir nicht genug Schlüssel hatten, mussten wir uns absprechen wer nun das weisse Band mit dem Schlüssel dran tragen musste. Diejenige die als erste zu Hause war, musste den tragen. Und ich mochte den Schlüssel nicht, ich hatte andauernd Angst, dass ich den verliere.

In der Schule waren wir hauptsächlich Ausländer. Als ich in den Kindergarten kam, sprach ich kein Deutsch. Ich redete mit meiner Kindergärtnerin einfach Griechisch. Sie verstand mich zwar nicht, aber irgendwie ging das. Die Italiener hatten einen Vorteil, da es sich um eine Landessprache handelt und unsere Kindergärtnerin italienisch sprach. Das ist auch so etwas. Ich habe in meinem Leben noch nie italienisch gelernt, trotzdem spreche ich diese Sprache fliessend. Ja das ist ein Vorteil, wenn man mit so vielen Italienern aufwächst.




Aber wir waren beim Schlüssel. Zu Hause angekommen mussten wir das vorgekochte Essen aufwärmen und alles bereit machen für die "Kleinen" die waren im Kindergartenalter. Meine Mutter kochte spät Abends, wenn sie von der Arbeit kam und uns ins Bett gebracht hatte, immer vor. Um 16 Uhr kam mein Vater nach hause. Abendessen kochte immer er. Meine Mutter hatte verschiedene Arbeitsstellen. Nebst dem Krankenhaus in welchem sie morgens arbeitete und gegen 14 Uhr nach Hause kam, hatte sie noch eine Arbeitsstelle als Putzfrau. Da putzte sie die Poststelle. Ab und zu nahm sie uns mit. Das war für uns Kinder immer total cool. Wir durften in diesen grossen Posthallen verstecken spielen. Zwischen den riesigen Päckchenwagen rumrennen und auf dem grossen Besen hockend, uns von meiner Mutter über die ganze Halle ziehen lassen. Als wir älter wurden, nahm sie uns mit und wir halfen ihr beim putzen. Besonders freuten wir uns auf den Kakao aus dem Automaten, den wir währen der Pause trinken durften. Als Kind schmeckte mir der so gut. Abends dann, wenn meine Mama zu Hause war, spielte sie erst mal mit uns. Sie erzählte uns Geschichten oder spielte mit uns Fangen in der kleinen 3 Zimmer Wohnung. Ja ja, wer jetzt rechnet, merkt, dass wir zu fünft in einem Zimmer schliefen. Zwei Kajutenbetten und ein Einzelbett standen in dem Zimmer. Ein Schrank und ein winzig kleines Pult. Welches wir uns teilen mussten. Also null Privatsphäre und das bis ich 12 war. Danach bekamen wir eine grössere Wohnung. Mit 1 Zimmer mehr, das habe ich dann, bis ich mit 18 ausgezogen bin mit meiner grossen Schwester geteilt. Hausaufgaben machten wir in der kleinen Küche, in welcher nur ein kleiner Tisch passte, so dass wir nie alle zusammen essen konnten. Also nur wir Kinder sassen da, mein Vater ass im Wohnzimmer, weil wir einfach keinen Platz hatten.

Und wenn ich das hier jetzt so schreibe, kommt mir das alles so surreal vor. Aber es war genau so. Und so ging es den meisten Familien in unserer Nachbarschaft. Das waren alles Arbeiterfamilien. Als Kind fand ich das alles ganz normal. Ja es war normal bei der italienischen Familie über uns den Nachmittag zu verbringen und der Frau beim Stümpfe einpacken zu helfen. Das Wohnzimmer war übervoll mit riesigen Kartons voller Strümpfe, die sie für irgend eine Firma einpacken musste. Auch etwas was ich so toll fand als Kind. Die feinen Stümpfe über so einen weissen Karton falten und dann in eine Tüte stecken und verkleben. Jedes mal, wenn sie eine neue Lieferung bekam rannten wir hoch und halfen ihr diese Strümpfe einzupacken. Oder Zeitungen austragen. So haben wir mit ca. 12 unser erstes Geld verdient. Später dann mit 13 durfte ich im Supermarkt an der Kasse arbeiten. Ja das durfte man damals. Jeden Samstag habe ich da gearbeitet. Und das, weil mein Vater, der sehr streng war, immer sagte; Sobald du dein eigenes Geld verdienst, darfst du auch alleine in die Ferien.




Und ich wollte das unbedingt. Alleine in die Ferien! Denn unsere Ferien bestanden "nur" aus Sommerferien und die verbrachten wir in Griechenland. Sonst war ich mit meinen Eltern an keinem anderen Ort. Wir flogen auch nicht, wir reisten mit dem Zug nach Ancona und von dort aus nahmen wir die Fähre nach Griechenland. Damals waren das keine so superschnellen Fähren. Die brauchten 2 Tage um von Italien nach Griechenland zu kommen. Die Zugfahrt war besonders anstrengend. 8 Stunden fuhren wir und ich weiss noch wie ich nach jedem Bahnhof an welchen wir vorbei fuhren, und das sind ganz viele, meine Mutter fragte, wann wir denn nun endlich ankommen. In Mailand mussten wir dann noch umsteigen und hatten dazu nur 15 Minuten Zeit! Mein Eltern mit 5 Kindern, eine Unmenge an Gepäck, denn mein Vater musste jedes Jahr noch tausend Geschenke  wie z.B. einen Fernseher mitschleppen, und zwar nicht so einen Flachen wie wir ihn heute kennen, sondern so einen riesigen Röhrenfernsehen, als Geschenk für irgend einen Verwandten. Ich verstehe heute nicht, wieso er das gemacht hat und noch weniger verstehe ich meine Verwandten die ihm das zugemutet haben und jedes Jahr bei uns anriefen und so einen Fernsehen haben wollten, weil die in Griechenland angeblich viel teurer waren, oder man einfach glaubte, dass die Fernseher aus der Schweiz einfach besser waren. Dabei war es jedes mal einer der Marke Grundig die man überall auf der Welt kaufen konnte. Ich weiss noch, wie wir da in Mailand von einem Gleis zum anderen rennen mussten, mein Vater stieg als erster aus und suchte sich so einen Mann der einen Karren hatte um unser Gepäck aufzuladen. Meine Mutter, nachdem sie alle Koffer und Kisten aus dem Fenster zu ihm rausgegeben hatte, packte dann uns 5 Kinder und wir rannten los. Bei der Fähre angekommen konnten wir alle aufatmen und die Ferien konnten beginnen. Alle meine Verwandten lebten in Griechenland und gross war die Freude als wir dort ankamen. Und wenn wir dort waren, dann mussten wir erst mal alle Verwandten besuchen und wenn wir nicht die Verwandten besuchten, dann trieben wir zusammen mit meiner Grossmutter die 100 Schafe auf den Berg. Und dann war da noch das Meer. :-)




Ich durfte trotzdem erst mit 15 alleine in die Ferien, aber dafür durfte ich, obwohl mein Vater sehr streng war, mit 13 ins OXA. Das natürlich nur, weil mich meine ältere Cousine mitgenommen hat. Das OXA oder wie es vorher hiess, The Club war der Innclub in Zürich. Dort habe ich den DJ Bobo noch als "unbekannten" DJ, im Helikopter der über dem Raum schwebte und worin sich das DJ Pult befand, erleben können. Und grad jetzt staune ich über meinen Vater, der mich mit 13 hat in solch einen Club gehen lassen, obwohl er doch so ein strenger war. Oder vielleicht habe ich ihn auch einfach als so streng in Erinnerung, weil man sich mit 13 gar nicht bewusst ist, wie jung man noch ist, und doch das Gefühl hat, man ist so erwachsen. Wenn meine Jungs mit 13 in einen Club gehen wollen dann lass ich sie nie und nimmer!!!! Zudem lösche ich diesen Teil, sobald sie lesen können, damit sie mir den nicht dann doch mit 13 unter die Nase reiben können, sollten sie in solch einen Club gehen wollen :-) So und damit wären wir bei der Pubertät... und die gehört definitiv nicht mehr zur Kindheit. Es gebe noch so vieles zu schreiben hier, aber wie anfangs gesagt, ich könnte einen Roman schreiben... oder zwei.. oder drei :-)

Habt ein schönes Weekend:-)

Alles Liebe Nica